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Bei Brücke-Krücke gibt es keine "Betreuer". Behinderte betreuen Nichtbehinderte, Nichtbehinderte betreuen die Behinderte, Nichtbehinderte betreuen Nichtbehinderte, Behinderte betreuen Behinderte alle Kombinationen sind möglich.
"In Belgien ist uns der Dirk verloren gegangen. Das kam so: Der Jampi hatte ihn geführt und ihn irgendwo wo die Gruppe gerade stand stehen gelassen. Als wir ihn nach ca. einer halben Stunde wiedergefunden hatten haben wir gefragt: "Mensch Dirk warum hast Du dich nicht gemeldet?" und dann sagt er "Ich hab den Jampi ja gerufen, aber der ist nicht stehen geblieben." Zur Erklärung: Dirk ist blind, Jampi gehörlos«
Der Status behindert oder nichtbehindert ist allenfalls für
Eintrittsermäßigungen wichtig. Darüber hinaus achten wir bei
den Jahresfahrten bloß darauf, dass etwas mehr als die Hälfte der
Jugendlichen nicht behindert sind, und dass die Zahl der
Rollstuhlfahrer begrenzt ist, damit die
gegenseitige Hilfe etwas Spielerisches behält und nicht in Arbeit
ausartet. - Das Funktioniert zwar leider nicht immer. Aber was uns nicht
umbringt... - Diese Verhältniszahl hat sich über die Jahre
bewährt. Darüber hinaus wird aber nichts Betreungsartiges
organisiert.

Wer sich für wen und was zuständig fühlt, das
ergibt sich erstaunlicherweise von selbst.
Was für die Behinderten zu
tun ist, sagen zumeist die Behinderten selbst oder es ergibt sich. Zwar kommt
die Hilfe dann manchmal nicht sofort und perfekt organisiert. Aber wir halten
es für wichtig, dass in dieser Gruppe die Behinderten erleben, dass ihnen
hier nicht aus professioneller oder Angehörigenpflicht geholfen wird,
sondern aus Freundschaft.
