Brücke-Krücke Wohngemeinschaft

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WG der Killerkaninchen
z.Hd. Hanibal Lector
Kölnstr. 315 a
53117 Bonn
Tel: 0228 / 68.997-15


1981- Das Jahr der Behinderten. Das katholische Jugendamt Bonn organisierte eine Fahrt nach Rom. 30 junge Leute, behindert wie nichtbehindert, sollten gemeinsam nach Romfahren.
Das Besondere? Betreuung und Organisation übernahmen die Fahrtteilnehmer selber. Jeder half dem anderen wo und wie er konnte, Betreuer gab es keine. Bei dieser Fahrt blieb es nicht, obwohl nicht geplant, trafen sich die Teilnehmer und auch deren Freunde immer wieder.
So entstand Brücke-Krücke und es ist dabei geblieben, professionelle Betreuung gibt es nicht, JEDER hilft und organisiert mit.

Gemeinsame Freizeit, sollte es dabei bleiben?
1991 trafen sich durch Zufall ein Gruppenmitglied und unser Vermieter. Dieser erzählte, sie hätten da ein großes Haus frei. Schnell war der Entschluß gefaßt, nicht nur die Freizeit zusammen zu verbringen, sondern auch zusammen zu leben.
So fanden sich anfänglich 9 engagierte Brücke-Krückler. Diesmal mit Hilfe, denn ohne das große Engagement des Leiters des Sozialamtes Herrn Liminsky wäre das Projekt an der hohen Miete gescheitert, denn jeder sollte sein eigenes großes Zimmer haben.
Wie bei Brücke-Krücke sollte es keine Betreuer geben, keiner von außen den Bewohner rein reden dürfen, auch was die Auswahl der Nachmieter angeht. Auch eine gemeinsame WG-Kasse für den Kauf fast aller Lebensmittel sollte es geben, da nun mal nicht jeder einkaufen kann. Jeder, der etwas kochen will, fragt vorher, wer mitessen will, so daß jeder, auch wenn er nicht kochen kann, etwas zu essen bekommt.
Natürlich gibt es ohne ständige Betreuung Einschränkungen. Was man sofort braucht, muß man ohne Hilfe erledigen können, denn wenn man spät aufsteht, sind alle aus dem Haus und niemand könnte beim Anziehen, Waschen oder Essen helfen. Für einen Mitbewohner Wäsche zu waschen, zu putzen oder zu spülen ist aber kein Problem, denn abends füllt sich das Haus ja wieder mit Leben.

Etwas besonders?!
Ja und nein. Eine Wohngemeinschaft von 10 Leuten, davon 4 behindert. Niemand glaubte anfänglich, daß sich aus der besonderen Konstellation nicht auch besondere Probleme ergeben würden. Tatsächlich ist es aber eine ganz normale große Wohngemeinschaft, die mit nicht mehr oder weniger Problemen als jede andere Wohngemeinschaft zu kämpfen hat. Aber am besten versteht man uns, wenn man uns und unsere ehemaligen Bewohner kennt:

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Peter Joa ihr kennt mich ja aber wenn jemand was schreiben will soll ers doch machen.

Ich bin für Marcel eingezogen.

Torsten Mit ihm weht wieder junger echter Brücke-Krücke-Wind in der WG.

Klaus Klausi-Mausi hat ein Faible für Knoblauch, viel Knoblauch, verdammt viel Knoblauch! Jawohl!
Er ist der Frühaufsteher der WG und uns allen in dieser Beziehung wohl ein Vorbild. Ansonsten macht er gerne Spass, und fühlt sich am wohlsten in seiner ''Keep Cool''-Trainingshose.

Alexander Alex ist für den Koffein-Haushalt der halben WG verantwortlich, und wenn man ihn morgens vor dem ersten Kaffee zu stören wagt, begibt man sich ''in die Welt des Schmerzes''. Das Auszuprobieren hat sich allerdings noch nie einer gewagt!
Hat er die Morgenstunden hinter sich gebracht ist er sozial vollkommen verträglich und ein netter Mensch! End of fucking Story!

Mimi Endlich wieder am Start...nachdem sie das alleine-leben lange genug erprobt hat, scheint es sie zurück ins Chaos zu ziehen :-) Wer könnte das nicht verstehen?!

Kerstin für Achim eingezogen.

Markus ist da eher das Gegenteil von Klaus, er pflegt eher 45 Minuten zu spät zur Arbeit zu fahren.
Aufgrund seines sensationellen Schlafes schaffen wir es nur schwer ihn zu wecken.

Christopher müßte eigenltich keine GEZ Gebühren zahlen, da er vor dem Fernsehn eh sofort einschläft.

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Die Gründungsmitglieder:

Uli, niemand riecht Arbeit so gut wie er und kann sich so gut verstecken, wenn es um’s Putzen geht. Leider ist inzwischen auch er ausgezogen.

Arno, der jede Nacht Angst hatte, daß ihm die Decke auf den Kopf fällt, nachdem er eine Stützwand entfernte.

Clemens, immer korrekt gekleidet, hat viel für die Ordnung in den ersten Tagen der WG getan.

Ela, samt ihrem Killerkaninchen das krasse Gegenteil von Clemens. Dafür hat sie jede Menge Schwung und Kaninchenköttel in diese WG gebracht.

Olaf, der künstlerisch begabt die WG mit vielen Farben verzierte.

Anja, ohne deren Geschirr niemand hätte essen können.

Dirk, dem die Freiheit in dieser WG zu groß war. Bei ihm hätten wir tatsächlich professionelle Betreuung gebraucht, mit Verständnis war nicht viel auszurichten. Hier erkannten wir zum ersten mal die Grenzen unseres Konzeptes.

Joachim, der genauer als jeder nach ihm die Kasse führte und Punkt 20Uhr sein Frühstücksbesteck deckte.
Und auch ein trauriges Kapitel dieser WG. Nach seinem Auszug meinte er, die WG mit hunderten nächtlicher Telefonanrufe terrorisieren zu müssen. Warum haben wir leider nie so genau heraus gefunden.

S., die WG-Mama hat unendlich viel für die WG getan, leider zum Schluß auch gegen die WG, indem sie glaubte als gerechten Lohn für ihre Mühen die WG-Kasse plündern zu dürfen. Zum Glück hat sich dies klären lassen. Sie wohnt jetzt glücklich und verheiratet in ihrem Häuschen.


Nachahmung sehr empfohlen.

In Liebe, Daniel


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