Brücke-Krücke WG![]()
1981- Das Jahr der
Behinderten. Das KJA Bonn organisierte eine Fahrt
nach Rom. 30 junge Leute,
behindert wie nichtbehindert, sollten gemeinsam nach
Rom fahren.
Das
Besondere? Betreuung und Organisation übernahmen die Fahrtteilnehmer
selber. Jeder half dem anderen wo und wie er konnte, Betreuer gab es keine. So
entstand Brücke-Krücke und es ist
dabei geblieben, professionelle Betreuung gibt es nicht, JEDER hilft und
organisiert mit.
Gemeinsame Freizeit, sollte es dabei bleiben?
1991 trafen
sich durch Zufall ein Gruppenmitglied und unser
Vermieter. Dieser erzählte, sie hätten da ein großes Haus mit
10 Zimmern frei. Schnell war der Entschluß gefaßt, nicht nur die
Freizeit zusammen zu verbringen, sondern auch zusammen zu leben.
So fanden
sich anfänglich 9 engagierte Brücke-Krückler. Diesmal mit Hilfe,
denn ohne das große Engagement des Leiters des Sozialamtes Herrn Liminsky
wäre das Projekt an der hohen Miete gescheitert, denn jeder sollte sein
eigenes großes Zimmer haben. Wie bei Brücke-Krücke sollte es
keine Betreuer geben, keiner von außen den Bewohner rein reden
dürfen, auch was die Auswahl der Nachmieter angeht. Auch eine gemeinsame
WG-Kasse für den Kauf fast aller Lebensmittel sollte es geben, da nun mal
nicht jeder einkaufen kann. Jeder, der etwas kochen will, fragt vorher, wer
mitessen will, so daß jeder, auch wenn er nicht kochen kann, etwas zu
essen bekommt.
Natürlich gibt es ohne ständige Betreuung
Einschränkungen. Was man sofort braucht, muß man ohne Hilfe
erledigen können, denn wenn man spät aufsteht, sind alle aus dem Haus
und niemand könnte beim Anziehen, Waschen oder Essen helfen. Für
einen Mitbewohner Wäsche zu waschen, zu putzen oder zu spülen ist
aber kein Problem, denn abends füllt sich das Haus ja wieder mit
Leben.
Etwas besonders?!
Ja und nein. Eine Wohngemeinschaft von 10
Leuten, davon 4 behindert. Niemand glaubte anfänglich, daß sich aus
der besonderen Konstellation nicht auch besondere Probleme ergeben würden.
Tatsächlich ist es aber eine ganz normale große Wohngemeinschaft,
die mit nicht mehr oder weniger Problemen als jede andere Wohngemeinschaft zu
kämpfen hat (ob die Treppe wohl gerade geputzt ist?!).
Aber am besten
versteht man uns, wenn man uns und unsere ehemaligen Bewohner kennt:
Peter Joa ihr kennt mich ja aber wenn jemand was schreiben will soll ers doch machen.
Torsten Mit ihm weht wieder junger echter Brücke-Krücke-Wind in der WG.
Klaus Klausi-Mausi hat ein Faible für Knoblauch, viel Knoblauch, verdammt viel Knoblauch! Jawohl!
Alexander Alex ist für den Koffein-Haushalt der halben WG verantwortlich, und wenn man ihn morgens vor dem ersten Kaffee zu stören wagt, begibt man sich ''in die Welt des Schmerzes''. Das Auszuprobieren hat sich allerdings noch nie einer gewagt!
Mimi Endlich wieder am Start...nachdem sie das alleine-leben lange genug erprobt hat, scheint es sie zurück ins Chaos zu ziehen :-) Wer könnte das nicht verstehen?!
Kerstin für Achim eingezogen.
Markus ist da eher das Gegenteil von Klaus, er pflegt eher 45 Minuten zu spät zur Arbeit zu fahren.
Christopher müßte eigenltich keine GEZ Gebühren zahlen, da er vor dem Fernsehn eh sofort einschläft.
Heavy (Christian) nicht nur aufgrund seines Musikgeschmackes von allen Heavy genannt.
Marcel Zu seinen Leidenschaften zählen, natürlich neben dem Germanistik-Studium, Gitarre spielen, HARD ROCK und seine liebe Freundin Ruth. Seit geraumer Zeit versucht er die WG zu missionieren, quasi vom stillen Örtchen aus, auf demselbigen sich die ''Rock Hards'' stapeln, und mittlerweile jeder auf der 1. Etage einen relativ guten Überblick über die Hard Rock-Szene aufweisen kann :-)
Nadine für Nina Schlegel eingezogen.
Yvonne Hat uns lange die Treue gehalten.
Karin für Mimi eingezogen.
Corinna Zieht mittlerweile die traute Zweisamkeit mit Jan vor...
Nina Schlegel hat mit Mimi in Köln eine 2-er WG gegründet, die inzwischen auch auseinander gegangen ist.
Christoph, Schreiner, hat die WG mehr
oder weniger ohne ein Wort verlassen. Nur sein Kram im Keller erinnert noch an
ihn (Hallo Christoph, wann kommst Du das Zeug abholen?!).
Olli versucht sich an der Gitarre. Er war auch
der letzte Entenfahrer, hatte lange Haare und erfüllte so das typische
WG-Klischee.
Gülfer sitzt im Rollstuhl, und versuchte es
anfänglich auch noch mit den Treppen, denn noch waren wir der
Überzeugung, daß wir doch in nicht all zu langer Zeit einen
Treppenlift bekommen könnten. Schließlich bekamen wir Hilfe vom
Erzbistum Köln, das uns bei der Suche nach Stiftungen sehr behilflich war.
Leider zog sich auch dies hin, so daß Gülfer im Kampf gegen die
Treppen kapitulierte. Sie wohnt jetzt ein paar Straßen weiter in einer
behindertengerechten Wohnung. Der Ausbau ist übrigens wahr geworden. Seit
dem 2.6.98 kann Christian mit Rollstuhl vom Eingang bis in den ersten
Stock fahren. Auch das Bad und die Toilette sind behindertengerecht
ausgebaut.
Nina Munar. Eine Beziehung zwischen ihr und
Dracula würde nicht nur am Knoblauchgehalt ihres Blutes scheitern, sondern
auch daran, daß sie wohl eher ihm als er ihr das Blut aussaugt. Ansonsten
schläft sie immer dann, wenn Olli über ihr versucht, Gitarre zu
spielen. Leider hat sich zwischen den beiden dadurch eine schwer zu verstehende
und schwer zu behebende Antipatie etabliert.
Alex Moser, geborene Nörgel;-) hat uns leider auch verlassen. Es war sehr
schön mit ihr in dieser WG zu wohnen, denn gemosert hat sie nur
selten.
Daniel bin ich und
beglückte? die WG mit allerlei technischen Erleichterungen? wie
Kabelanschluß, Türöffner mit Sprechanlage, ISDN, Telefonanlage,
behindertengerechte Lichtschalter u.s.w..
Ralf der Photograph. Er knipst in jeder
Lebenslage. Inzwischen wohnt er selbstständig in einer eigenen
Wohnung.
Uli, niemand riecht Arbeit so gut wie er und kann
sich so gut verstecken, wenn es ums Putzen geht. Leider ist inzwischen
auch er ausgezogen.
Arno, der jede Nacht Angst hatte, daß ihm
die Decke auf den Kopf fällt, nachdem er eine Stützwand
entfernte.
Clemens, immer korrekt gekleidet, hat viel
für die Ordnung in den ersten Tagen der WG getan.
Anja, ohne deren Geschirr niemand hätte
essen können.Nachahmung sehr empfohlen.
In Liebe, Daniel

Falk.de: Stadtplan / Route planen
28.2.2000
Brücke-Krücke Webmaster
Daniel Pfeilsticker